Das 11. Oldtimertreffen in Hohengrieben "20 für 2000"

26. und 27. April 2016

 

Für Andreas Kluge mit seiner ES 250/1-Seitenwagenmaschine ist ganz klar:  „Das Oldtimertreffen hier ist das schönste in der Altmark“. Diesem Urteil über die Veranstaltung schließt sich auch Christian Denecke aus Celle an, der mit einem ausgeliehenen Lada 2107 aus dem Landkreis Celle kommt: „Hier sieht man vom Zweirad über Trecker, Autos bis hin zu Lastern alles. Das kann man sich zum Saisonstart nicht entgehen lassen.“

Hunderte Oldtimerfahrer, Aussteller und mehr als tausend Besucher tummeln sich am Sonntag, den 24.April beim 13.Oldtimertreffen mit dem 48.Zelttanz im malerischen Hohengrieben. Es wird geplaudert, gefachsimpelt und fachkundig geschaut. Die Ost-Oldtimer-Typenreihen sind nahezu vollständig versammelt und auch Besonderes fehlt nicht, wie z. B. ein Krankenfahrstuhl der Marke Krause Duo. Er gehört Mathias Simon von der IG IFA-Freunde Salzwedel, der die Leidenschaft für die DDR-Fahrzeuge über den Trabant auf das 50-Kubik-Dreirad ausgedehnt hat. Ein Hahn am Auspuff macht das Duo witziger. Für Besucher ist schauen erlaubt und manchmal sogar Probesitzen. Das genießt der vierjährige Max Nowak am Lenkrad eines Hanomag, der mit seinem Opa Klaus Spatz aus dem niedersächsischen Wittingen unterwegs ist.

Und entgegen der Tradition, die Hohengrieben eigentlich immer Sonnenschein beschert, stellen sich mittags Graupelschauer ein, die aber von den „Lustigen Straßenmusikanten“ um Gerald „Schere“ Eggert aus Dähre einfach per Schneewalzer wegmusiziert werden. Einer der Späße, die Hohengrieben so liebenswert machen.

Scheres Musikanten haben bereits tags zuvor beim freitäglichen Kulturabend und dem samstäglichen Zelttanz für gute Unterhaltung gesorgt. Das nur ca. 20 Einwohner umfassende Hohengrieben schafft es tatsächlich in jedem Jahr wieder, die jahrzehnte zählende Zelttanztradition zu erhalten und hat dem nach der Wende einen Kulturabend vor- und ein Oldtimertreffen nachgeschaltet. Und so war an einem „Pellkartofel“-Freitag schon Prof. Dr. Hahn als automobiler Experte zu Gast , der in 2015 mit dem ehemaligen Konstruktionsleiter der Antriebsentwicklung des AWE Konrad von Freyberg mit einem Vortrag über die gesamte Historie der Automobilwerke Eisenach einen wunderbaren Konterpartner fand. 

Und zum Oldtimertreffen am Sonntag waren bei gutem Wetter über 2000 Besucher zu Gast und bei schlechterem, wie in 2015, eben nur 1900.  

Großes bewegen liegt also den Hohengriebenern. Und das hat sicherlich historische Gründe: Hohengrieben wurde 1749 auf Anordnung Friedrichs des II., also „dem Großen“, errichtet. Durch Pfälzer Kolonisten wurde der Ort besiedelt und mit einer für diese Region untypischen Bebauung, ohne Kirche aber mit Schulhaus, entstand ein Dorf mit Eigenheiten.

Auch für 2017 werden die Einwohner wieder mit friederizianischer Eigenheit den 49.Zelttanz und das 12.Oldtimertrefen als kulturellen Höhepunkt in der West-Altmark vorbereiten und freuen sich schon jetzt auf möglichst zahlreich erscheinende Besucher.


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