Novy Sacz am 29. und 30. Juli 2017

In einer der schönsten Gegenden Südpolens nahe der slowakischen Grenze wurde bereits zum 9. Mal ein markenoffenes Treffen für Oldtimerfahrzeuge abgehalten.

In einer der schönsten Gegenden Südpolens nahe der slowakischen Grenze wurde bereits zum 9. Mal ein markenoffenes Treffen für Oldtimerfahrzeuge abgehalten – wir waren nun bereits zum 4. Mal dabei und haben es wieder nicht bereut. Am Ostrand der Stadt NOWY SACZ liegt das Gelände eines Museumsdorfes, dessen „Hauptplatz“ wie immer den würdigen Rahmen dafür bot. Und wer zeitig genug meldete, der hatte sogar die Möglichkeit, im „Rathaus“ oder in der „Taverne“ zu nächtigen. Schöne Zimmer übrigens, also sehr empfehlenswert!!

Das Treffen selbst ging über zwei Tage vom 29. bis 30. Juli. Wir reisten aber schon Freitag an – sind ja doch über 500 Kilometer und die Anfahrt durch´s Gebirge ist eigentlich schon ein Programmpunkt für sich, wenn man von Österreich über die Slowakei  nach Polen fährt. Das Programm selbst ist einfach, aber der große Reiz ist die Vielfalt an Fahrzeugen und Personen – und eben die Umgebung. Nachdem die Polen in den letzten Jahren verstärkt die Fahrzeuge ihrer eigenen Historie entdeckten, stieg der Anteil an polnischen Fabrikaten kontinuierlich, wie z.B. Warszawa, 125p, 126p, Sirena….. aber auch ein P70 und ein Wartburg (der letzten Serie) waren dieses Jahr dabei sowie Lada und Wolga ebenfalls.

Samstag am späten Vormittag startete die Ausfahrt, wie üblich immer wieder mit anderen Zielen. Waren es im Vorjahr die Stauseen der Umgebung, führte uns die Fahrt im Konvoi dieses Jahr über die slowakische Grenze zu der gewaltigen Festungsanlage „Hrad Lubovna“. Die dortige Führung, das Mittagessen und der Aufenthalt im angrenzenden Nestville-Park waren recht kurzweilig. Lustigerweise war dort zum gleichen Zeitpunkt, aber auf einem anderen Parkplatz, der Troß eines großen VW-Käfertreffens abgestellt. Offensichtlich ist das ein beliebter Ausflugsort in der Umgebung. Nach der Rückfahrt (jeder für sich - bei der Hinfahrt gab es noch Polizei-Eskorte und keine Stopps an roten Ampeln) war weiteres "Tratschen" mit Freunden angesagt. Keine Sorge, man findet rasch Anschluß, auch als nicht polnisch Sprechender. Abends gab`s in den Arkaden das gemütliche Festmahl, welches mit der langen Tafel und der Stimmung an die letzte Seite aller Asterix-Romane erinnert, … wobei ich jedoch weder geknebelt noch an einen Baum gefesselt wurde.

Sonntag nach dem Frühstücksbuffet und nach dem Besuch der Museumsläden rund um den Platz (sehr interessant, die nachgebauten Geschäfte und Betriebe zu besichtigen) bekamen wir die Möglichkeit, mit einer Führung einen Teil des weitläufigen Museumsdorfes kennenzulernen. Auch als nicht sprachkundiger bekommt man so einiges mit und die alten Gebäude unter den hohen Bäumen sind einfach wunderschön, sogar die Hitze ließ sich dort recht gut aushalten …

Am Nachmitttag startete der Konvoi Richtung Stadtzentrum, natürlich wieder unter Polizeischutz, also ohne Beachtung der Ampeln und nach einer weitläufigen Runde durchs Stadtgebiet nahmen die Fahrzeuge Aufstellung am Vorplatz des Rathauses. Während wir einen kleinen Stadtspaziergang unternahmen, begutachtete das zahlreich erschiene Publikum die Fahrzeuge und nach den Begrüßungs-worten der Bürgermeisterin und der Überreichung eines kleinen Gastgeschenkes an jeden Teilnehmer endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Einige fuhren direkt nach Hause und einige fuhren zurück zum Museumsgelände. Wir blieben noch bis Montagmorgen und hatten so noch einen sehr lebhaften Gesprächsabend – aber das ist eine andere Geschichte.

Nächstes Jahr gibt es dann das Jubiläum: 10 Jahre Zlot „retro“ Nowy Sacz. Na, wenn das kein Grund ist, hinzufahren?! Im Preis enthalten sind alle Mahlzeiten, die Führungen und auch eine Übernachtung.  Dank sehr guten Sponsorings lag der Preis für dieses Komplettpaket in diesem Jahr bei 75.- Euro für zwei Personen. Aber das ist sicher nicht allein ein Grund, warum wir wohl auch nächstes Jahr wieder kommen werden – wieder mit einem anderen Fahrzeug, so wie bisher immer!

 

Text: Jürgen Splet

 

(Redaktionell bearbeitet: R. Thiess)